Fake der Woche: Paul

Ihr Lieben, wir kennen das ja alle! In blumigen Worten wird versucht uns die süßesten Beschreibungen der zu kommenden Sessions von den Lippen zu saugen, jede Minute unserer Zeit, die sie uns abtrotzen können ist kostbares Gut, oder wie eine Kollegin das so schön formuliert hat: Hauptsache g´schwätzt is!

Telefonterror der anderen Art, Fakes und Tastenwichser, die mit abenteuerlichen Stories ihr Kopfkino füttern, eine fiktive Beziehung aufbauen oder sich am alten Spiel ergötzen: Let´s verarsch the Domina.
Manche dieser jämmerlichen Gestalten sind jedoch aberwitzig in ihren Geschichten und Absichten. Um ihren Unterhaltungswert wissend, will ich euch die besten Gestalten vorstellen. Erfreut euch mit mir!

Da wäre zum Beispiel Paul. Paul, ein älteres jämmerliches Männlein wurde schwer vom Los geplagt. Frisch geschieden, oder in Trennung befindlich (das variiert von Dame zu Dame), er wurde schmählich auf seine alten Tage verlassen, träumt er jetzt davon sich endlich in die Hände einer dominanten Dame zu begeben, um seiner letztendlichen Bestimmung zugeführt zu werden: der totalen Unterwerfung! Hilfe bräuchte er dabei, willig sei er und ja, erzählt er, in seinem langsamen Singsang (der wohl daher rührt, da er sich beim gleichzeitigen Wichsen nicht verhaspeln möchte) Sie wären die Richtige, schon lange hätte er Ihren Auftritt im Internet verfolgt und fühle sich so angesprochen, wäre sich so sicher, dass Sie ihn verstehen würde!

Jetzt variieren die Geschichten auch, mal träumt er von Unterwerfung als absoluter Sklave, mal von der Umformung zur TV-Zofe, mal zum devoten Hausdiener, immer jedoch ist es das Absolute und Bedingungslose. Paul ruft normalerweise wöchentlich an, um seine Lebensgeschichte auszubreiten. Gerne vereinbart er auch Termine, die er dann im letzten Moment aus verschiedensten Gründen absagt, plötzlich, die Arbeit (die er nicht hatte) oder die Gesundheit, jaja, das Alter.

Persönlich hatte ich Paul recht schnell abgehakt, nachdem ich ihm konsequent vermittelt hatte, dass ich nur und ausschließlich bereit wäre mich im Studio zu treffen und nein, er soll ohne Termin kommen, ich wäre eh da. Nein, wir würden dann im Studio weitersprechen und im Übrigen hätte ich jetzt keine Zeit. Natürlich kann er mir einen Brief schreiben, ja ich erwarte dies sogar, die Adresse wäre identisch mit der Studio Adresse. hinzu kam eine lange Reihe von Fragen, die er handschriftlich zu beantworten hätte. Da war es um ihn geschehen, die Versenkung hatte ihn wieder.

Ich beauftrage hartnäckige Fakes und Möchtegerns gerne mit der Verfassung eines handgeschriebenen Schriftstückes beträchtlicher Länge, allein die Vorstellung der Anfertigung eines Aufsatzes ist nämlich dermassen ungeil, dass auch der letzte schnell die Flucht ergreift.

Paul habe ich dann ganz unerwartet wieder getroffen. In einem Studio, in dem ich gastierte, kam ich nicht umhin im Aufenthaltsraum ein Telefongespräch mit einer Kollegin zu überhören. Einige Stichworte machten mich da stutzig, und dann der Name: Paul. Das war doch nicht etwa? Ein kurzes Gespräch mit der Kollegin gab dann Gewissheit, der selbe Paul, die selbe Story, ein wenig anders in den Details, aber eindeutig, das war mein Paul!
Paul rief glücklicherweise sofort wieder an, fieserweise habe ich dieses Telefongespräch beantwortet. Das war aber ein Hallo! Natürlich war das Paulchen sehr peinlich, mir aber egal, den Anschiss, wem Anschiss gebührt.

Mittlerweile hatte ich auch schon von anderen Kolleginnen von Paul gehört und ob seiner Umtriebigkeit gebührt ihm der Fake der Woche! Herzlichen Glückwunsch.

Kleine Vorschau auf nächste Woche: Die unglaublich reiche lesbische Zahnärztin!

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